Johannes huldigt dem Jesusknaben

Der kleine Johannes der Täufer huldigt dem Jesusknaben:
Initiale aus dem Graduale von Katharinental

s. TextDie Initiale G, mit der die Sequenz zur Geburt Johannes des Täufers beginnt, fügt sich in ein Quadrat mit Goldgrund ein:

Gabrielis vox iucunda
corda fecit laetabunda
iustorum sterilium
Elizabet verecunda
dum de viro fit fecunda ...

Maria und Elisabeth sitzen sich mit ihren Kindern auf einer Bank gegenüber. Maria trägt ein grünes Kleid und einen roten Mantel. Der Jesusknabe in einem gelben Gewand steht auf den Knien der Mutter und wird von ihr gehalten. In der linken Hand hält er die Sphaira, Zeichen seiner Herrschaft, die rechte hat er, seinen Gespielen segnend, erhoben. Der kleine Jesus beherrscht die Bildmitte.

Elisabeth trägt ein rotes Gewand und darüber einen grünen Mantel, auf dem Schoß den knieenden kleinen Johannes in einem blauen, rot gefütterten Mantel, der die Hände anbetend zum Jesusknaben wendet.

Alle vier Gestalten tragen blaue, rot gesäumte Nimben.

In einer grünen Rankenschleife mit roten Blüten unterhalb des Initialbildes kniet ein weltlicher Stifter in einem roten Gewand und einem blauen Umhang, auf dem Haupt eine rote Kopfbedeckung. Das Wappenschild neben ihm, mit drei Löwenpranken, weist ihn als Angehörigen des Hegauischen Adelsgeschlechtes derer von Stoffeln aus.

„Die Szene des Initialbildes geht auf die Meditationen des PSEUDO-BONAVENTURA (Kap. 13) zurück: die Heilige Familie besuchte bei der Rückkehr aus Ägypten Elisabeth und Zacharias. Beide Knaben spielten zusammen, wobei der kleine Johannes, in Vorahnung des künftigen Heilsgeschehens, Jesus 'alle schuldige Ehrfurcht' erwies.“

(Das Graduale von Sankt Katharinental. Kommentar zur Faksimile-Ausgabe ... Luzern 1983, S. 172)

Hier das ganze Blatt:

s. Text

Copyright: Schweizerisches Nationalmuseum. DIG-891_LM-26117kop. und DIG-891_LM-26117kop_Detail

Die obigen Ausführungen sind, auch wo nicht wörtlich zitiert wird, dem Kommentar zum Graduale verpflichtet (Das Graduale von Sankt Katharinental. Kommentar zur Faksimile-Ausgabe ... Luzern 1983).