Alma Redemptoris Mater

Herimannus Contractus (1013 – 1054)

Lateinisch:

Alma redemptoris Mater, quæ pervia cæli
Porta manes et stella maris, succurre cadenti,
Surgere qui curat, populo, tu quæ genuisti,

Natura mirante tuum sanctum genitorem,

Virgo prius ac posterius, Gabrielis ab ore
Sumens illud Ave, peccatorum miserere.

Lateinisch:

Hehre Mutter des Herrn, zugängliche Pforte des Himmels
Hilf, o Meeresgestirn, deinem gefallenen Volke,

Das sich erhöbe so gern, o hilf ihm, die du geboren,
Wie die Natur mit Staunen gesehn, den, der dich erschaffen!
Die du Jungfrau gewesen und bleibst, aus Gabriels Mund
Nimm jenes „Sei mir gegrüßt!" und schenk uns Sündern Erbarmen!

Deutsch von Lebrecht Dreves (1816 – 1870)

fontes

Breviarium Romanum

O. Hellinghaus, Hundert lateinische Marienhymnen, mit den Nachbildungen deutscher Dichter, S. 155

scholia / marginalia

Antiphona finalis Beatae Mariae Virginis.
Antiphon zu der Jungfrau Maria am Schlusse der Tagzeiten vom ersten Adventssonntag bis Lichtmess.

Wird im Stundengebet in dieser Zeit nach der Vesper oder Komplet gesungen.

Die Antiphon von Hermann dem Lahmen wurde mehrfach vertont: Guillaume Dufay, Johannes Ockeghem, Orlando di Lasso, Giovanni Pierluigi da Palestrina.

metrum

Versmaß: Hexameter (Henry Spitzmuller, S. 518, Anm. 32)