Johannes Mauburnus (* um 1460 – + 1503)

Abt von Livry

Johannes Mauburnus erblickte das Licht der Welt zu Brüssel, weshalb er auch Johannes de Bruxella genannt wird. Er erhielt seine erste wissenschaftliche Ausbildung an der Domschule zu Utrecht unt trat später in das Chorherrenstift Agnetenberg bei Zwolle, ging 1497 nach Frankreich und reformierte nacheinander die Stifte Saint-Séverin, Cisoing, Saint Euvert d’Orléans, Saint-Martin de Nevers und Livry, zu dessen Abte er 1501 erwählt wurde. Zu Beginn des Jahres 1503 starb er zu Paris im Hause Jean Quintins, Pönitentiars bei Notre-Dame.

Ttitelbild zum Rosetum Exercitiorum des Johannes Maubonus, Stabi MünchenVon seinen Schriften, deren Mehrzahl noch ungedruckt ist, erlebte das Rosetum exercitiorum spiritualium et sacrarum meditationum, welchem geistliche Lieder des Verfassers einverleibt sind, mehrere Auflagen. Die erste erschien ohne Druckort 1491; eine zweite zu Basel 1494 und in gleichem Jahre ohne Druckort (zu Zwolle) eine dritte. Diese Auflagen sind an Fehlern reich; als die beste Ausgabe gilt die Baseler von 1504, nach welcher die Gedichte des Mauburnus Anal. hymn. XLVIII, 515 – 534 wiedergegeben sind. Ihr folgt eine Pariser von 1510, eine Mailänder von 1603 und eine 1620 zu Douai erschienene. Die wenigen Handschriften, welche einzelne Lieder des Mauburnus enthalten, entlehnen diese den Wiegendrucken und haben daher für die Gestaltung des Textes keinen Wert. – Vgl. Biographie Nationale de Belgique X, 369ff. 

(Guido Maria Dreves, Clemens Blume, Ein Jahrtausend Lateinischer Hymnendichtung. Erster Teil, S. 487)