Hartmannus

Abt von St. Gallen (* ? – † 925)

Über Herkunft und Jugend dieses (jüngeren) Hartmann geben uns die St. Gallischen Geschichtsquellen keinerlei Aufschluß. Im Jahre 895 begegnen wir ihm dann urkundlich als Diaconus, 910 – 913 als Camerarius, 920 als Probst. Nach dem Tode Salomos III. (5. Januar 920), wenngleich erst nach längerer Sedisvakanz, zum Abte gewählt, stand der dem Stifte als solcher nur noch kurze Zeit (drei Jahre und drei oder vier Monat) vor. Vgl. Ekkeharti, Casus Sancti Galli ed. Meyer von Knonau (Mitteilungen zur Vaterländischen Geschichte XV), St.Gallen 1877, S. 4, n.16; S. 165, n. 596, S. 176, n. 617.

Unsere Kenntnis von den liturgischen Dichtungen Hartmanns ruht wieder einzig auf dem St. Gallischen und einigen anderen Handschriften, die Abschriften von St. Gallischen Vorlagen sind. Nur einer Dichtung unseres Autors gibt auch Ekkehart Zeugnis, wenn er in seinen Casus Sancti Galli c. 6. schreibt: „Consuluntur Hartmannus, consilio magnus, ille quidem, qui Humili prece melodiam fecerat.“ Vgl. Dümmler, Neues Archiv IV, 556. Seine Hymnen siehe Anal. hymn. L, 250 – 263. Über seine Lieder zur Übertragung der Reliquien des hl. Mang von Füssen nach St. Gallen in die von Salomo III. zu Ehren des hl. Kreuzes und des hl. Magnus erbaute Kirche vgl. ebenda S. 250.

(Guido Maria Dreves, Clemens Blume, Ein Jahrtausend Lateinischer Hymnendichtung. Erster Teil, S. 111)

Literatur

Hartmann v. St. Gallen. - Lexikon für Theologie und Kirche. Begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper u.a., Freiburg i.Br., Basel, Rom, Wien. Bd. 4. Franca bis Hermenegild. - 3., völlig neu bearb. Aufl. 1995, Sp. 1200