Petrus Olavi ( † 1378)

Beichtiger zu Vadstena

Magister Petrus Olavi (Peter Olaf) war geboren zu Skeninge in Östergotland. Sein Vater hieß, wie sein Beiname besagt, Olaf, seine Mutter Botilda. Wo er studiert hat, wo und wann er den geistlichen Stand ergriff, besagt die uns erhaltene, kurze Biographie des Gervinus von Vadstena nicht, sondern unterhält uns fast ausschließlich mit Wunder- und Spukgeschichten. Im Jahre 1346 war Petrus Olavi Vorstand des Heiliggeistspitals seiner Vaterstadt. In diesem Jahre nahm ihn die heilige Birgittta zu ihrem Seelenfürher und Reisebegleiter nach Rom. Nach ihrem Tode und nach Überführung ihrer Gebeine nach Vadstena leiete er als erster Beichtiger (Confessor generalis) dieses Kloster. „Toti congregationi fratrum et sororum vigili et paterna cura praeerat, in temporalibus et spiritualibus moderatissiumus dispensator.“ Er ist nicht zu verwechslen mit seinem Namensgenossen, dem Zisterzienser Petrus Olavi, Prior von Alvastra, der ebenfalls Beichvater und Reisebegleiter Birgittas war (duo confessores beatae Birgittae, magister Petrus Olavi et dominus [Petrus] Olavi). Jener starb den 16. September 1378 und wurde in Vadstena begraben; dieser verschied den 9 April 1390 und ward in Alvastra beigesetzt. Von jenem schreibt das Diarium Vadstenense: „In crastino octavae nativitatis beatae Mairae virginis obiit magister Petrus, primus confessor generalis in Vazstenom. Hic magister et confessor fuit s. Birgittae, permanens in virginitate per omne teumpus vitae suae. Hic dictavit cantum sororum, de quo multa bona alibi inveniuntur.“ Der Prior Olavi zeichnete die „Offenbarungen“ der hl. Birgitta auf und übersetzte sie ins Lateinische. Ein dritter Petrus Olavi starb zu Vadstena 1438.

Der „cantus sororum“, den Magister Petrus Olavi verfaßte, ist das marianische Offizium, zu dem er eine Reihe neuer Hymnen verfaßte, die zuerst von Klemming in seinen Piae cantiones in regno Sueciae olim usitate II, 1ff., aber an verschiedenen Orten zerstreut, herausgegeben wurden; als ein Ganzes zuerst Anal. hymn. XLVIII, 410 – 420. Über die Quellen s. ebenda S. 410. Über Petrus Olavi vgl. Antiquarisk Tidskrift för Sverige V (1895) 294 – 312, 415ff.; Benzelius, Diarium Vazstenense, Upsaliae 1720, S. 2.

 (Guido Maria Dreves, Clemens Blume, Ein Jahrtausend Lateinischer Hymnendichtung. Erster Teil, S. 431)