Quicumque Christum quæritis - Original

Aurelius Prudentius Clemens

Lateinisch:

Qvicumque Christum quæritis,
Oculos in altum tollite:
Illic licebit visere
Signum perennis gloriæ.

Hæc stella, quæ solis rotam
Vincit decore ac lumine,
Venisse terris nuntiat
Cum Carne terrestri Deum.

Non illa servit noctibus
Secuta lunam menstruam,
Sed sola cælum possidens
Cursum dierum temperat.

Arctoa quamvis sidera
In se retortis motibus
Obire nolint, attamen
Plerumque sub nimbis latent.

Hoc sidus æternum manet,
Hæc stella nunquam mergitur,
Nec nubis occursu abdita
Obumbrat obductam facem.


Tristis cometa intercidat,
Et, si quod astrum Sirio
Fervet vapore, iam Dei
Sub luce destructum cadat.

En Persici ex orbis sinu,
Sol unde sumit ianuam,
Cernunt periti interpretes
Regale vexillum magi.

Quod ut refulsit, ceteri
Cessere signorum globi,
Nec pulcher est ausus suam
Conferre formam Lucifer.


Quis iste tantus, inquiunt,
Regnator astris imperans,
Quem sic tremunt cælestia,
Cui lux et æthra inserviunt?


Inlustre quiddam cernimus,
Quod nesciat finem pati,
Sublime, celsum, interminum,
Antiquius cælo et chao.

Hic ille rex est gentium
Populique rex Iudaici,
Promissus Abrahæ patri
Eiusque in ævum semini.

Æquanda nam stellis sua
Cognovit olim germina
Primus sator credentium,
Nati inmolator unici.

Iam flos subit Daviticus
Radice Iessea editus,
Sceptrique per virgam virens
Rerum cacumen occupat."

Exim sequuntur perciti
Fixis in altum vultibus,
Qua stella sulcum traxerat
Claramque signabat viam.

Sed verticem pueri supra
Signum pependit inminens,
Pronaque submissum face
Caput sacratum prodidit.

Videre quod postquam magi,
Eoa promunt munera,
Stratique votis offerunt
Tus, myrram et aurum regium.

Agnosce clara insignia
Virtutis ac regni tui,
Puer o, cui trinam Pater
Prædestinavit indolem:

Regem Deumque adnuntiant
Thesaurus et fragrans odor
Turis Sabæi, at myrrheus
Pulvis sepulcrum prædocet.


Hoc est sepulcrum, quo Deus,
Dum Corpus extingui sinit
Atque id sepultum suscitat,
Mortis refregit carcerem.

O sola magnarum urbium
Maior Bethlem, cui contigit
Ducem salutis cælitus
Incorporatum gignere!

Altrice te summo Patri
Heres creatur unicus,
Homo ex Tonanus spiritu,
Idemque sub membris Deus.

Hunc et prophetis testibus
Hisdemque signatoribus
Testator et sator iubet
Adire regnum et cernere,

Regnum, quod ambit omna
Dia et marina et terrea
A solis ortu ad exitum,
Et Tartara et cælum supra.

Audit tyrannus anxius
Adesse regum principem,
Qui nomen Istrahel regat,
Teneatque David regiam.

Exclamat amens nuntio
Successor instat, pellimur
Satelles, i, ferrum rape,
Perfunde cunas sanguine.

Mas omnis infans occidat,
Scrutare nutricum sinus,
Interque materna ubera
Ensem cruentet pusio.

Suspecta per Bethlem mihi
Puerperarum est omnium fraus,
Ne qua furtim subtrahat
Prolem virilis indolis."

Transfigit ergo carnifex
Mucrone districto furens
Effusa nuper Corpora,
Animasque rimatur novas.

Locum minutis artubus
Vix interemptor invenit
Quo plaga descendat patens,
Iuguloque maior pugio est.

O barbarum spectaculum!
Inlisa cervix cautibus
Spargit Cerebrum lacteum,
Oculosque per vulnus vomit ;

Aut in profundum palpitans
Mersatur infans gurgitem,
Cui subter artis faucibus
Singultat unda et halitus.

Salvete, flores martyrum,
Quos lucis ipso in limine
Christi insecutor sustulit,
Centurbo nascentes rosas.

Vos, prima Christi victima,
Grex inmolatorum tener,
Aram ante ipsam simplices
Palma et coronis luditis.

Quo proficit tantum nefas?
Quid crimen Herodem iuvat?
Unus tot inter funera
Inpune Christus tollitur.

Inter coævi sanguinis
Fluenta solus integer
Ferrum, quod orbabat nurus,
Partus fefellit virginis.

Sic stulta Pharaonis mali
Edicta quondam fugerat
Christi figuram præferens
Moses, receptor civium.

Cautum et statutum inserat
Quo non liceret matribus,
Cum pondus alvi absolverent,
Puerile pignus tollere.


Mens obstetricis sedulæ
Pie in tyrannum contumax
Ad spem potentis gloriæ
Furata servat parvulum,

Quem mox sacerdotem sibi
Adsumpsit orbis conditor,
Per quem notatam saxeis
Legem tabellis traderet.

Licetne Christum noscere
Tanti per exemplum viri ?
Dux, ille cæso Ægyptio
Absolvit Istrahel iugo;

At nos, subactos iugiter
Erroris imperio gravi,
Dux noster hoste saucio
Mortis tenebris liberat.

Hic expiatam fluctibus
Plebem marino in transitu
Repurgat undis dulcibus,
Lucis columnam præferens ;

Hic proeliante exercitu;
Pansis in altum bracchiis,
Sublimis Amalec premit,
Crucis quod instar tunc fuit.

Hic nempe Iesus verior,
Qui longa post dispendia
Victor suis tribulibus
Promissa solvit iugera.

Qui ter quaternas denique
Refluentis amnis alveo
Fundavit et fixit petras,
Apostolorum stemmata.

Iure ergo se Iudæ ducem
Vidisse testantur magi,
Cum facta priscorum ducum
Christi figuram pinxerint.

Hic rex priorum iudicum,
Rexere qui Iacob genus,
Dominæque rex ecclesiæ,
Templi et novelli et pristini.

Hunc posteri Ephrem colunt,
Hune sancta Manassæ domus,
Omnesque suspiciunt tribus
Bis sena fratrum semina.


Quin et propago degener
Ritum secuta inconditum,
Quaceumque dirum fervidis
Bahal caminis coxerat,

Fumosa avorum numina,
Saxum, metallum, stipitem,
Rasum, dolatum, sectile,
In Christi honorem deserit.

Gaudete, quicquid gentium est,
Iudæa, Roma et Græcia,
Ægypte, Thrax, Persa, Scytha
Rex unus omnes possidet.

Laudate vestrum principem
Omnes beati ac perditi,
Vivi, inbecilli ac mortui
Iam nemo posthac mortuus.

Deutsch:

Ihr alle, die ihr Christus sucht,
erhebt Eure Augen zum Himmel -
dort könnt ihr sehen
das Zeichen der ewigen Herrlichkeit.

Dieser Stern, der das Rad der Sonne
an Pracht und Leuchtkraft übertrifft,
verkündet, daß auf Erden gekommen ist,
Gott in irdischem Fleisch.

Dieser dient nicht den nächtlichen Gewalten
und folgt nicht dem Wandel des Mondes –
als alleiniger Herr des Himmels
bestimmt er den Gang der Tage.

Die Sterne des Bären
kreisen immer um sich selbst,
um niemals unterzugehen,
und doch bleiben sie oft im Gewölk verborgen.

Dieses Gestirn steht fest in Ewigkeit,
dieser Stern geht niemals unter.
Und nie versteckt er, vom Flug der Wolkenschleier verhüllt,
sein Gesicht in Dunkelheit.

Ein unheilkündende Komet mag vergehen,
und wenn auch ein Stern im Pesthauch
des Sirius aufleuchtet, so stürzt er doch,
vom Gotteslicht getroffen, zerstört hernieder.

Seht, im Perserland, wo die Sonne
zu ihrem Bogenlauf über die Schwelle tritt,
haben Weise Männer als kundige Deuter
das Feldzeichen des Königs erblickt.

Und wie das aufstrahlt,
verlieren die anderen Leuchten des Tierkreises ihren Glanz,
selbst der prächtige Morgenstern Lucifer
wagt nicht, sein Gesicht zu zeigen.

Wer ist das, fragen sie, der so gewaltig,
als Herrscher die Gestirne regiert,
vor dem die Himmlischen zittern
und dem sich die Lichter und Himmelsmächte unterwerfen?


Ganz klar erkennen wir hier jenes,
das kein Ende kennt,
das Erhabene, Höchste, Unendliche,
älter als der Himmel und das Chaos.

Dieser da ist der König der Völker
und der König der Judäer,
der versprochen war dem Vater Abraham
und seinen Nachkommen auf ewig.

Ihm war verheißen, daß seine Nachkommenschaft
an Zahl den Sternen gleichkäme,
dem Erzvater aller Gläubigen,
bereit, den einzigen Sohn zu opfern.

Jetzt geht die Blüte Davids auf,
die aus der Wurzel Jesse hervorgeht,
und mit dem grünenden Zweig als Szepter,
nimmt er den Herrscherthron ein.

Darauf folgten die so Aufgeschreckten,
den Blick unentwegt zum Himmel gerichtet,
dem Stern, der seine Spur zog
und ihnen so deutlich den Weg wies.

Genau über dem Kopf des Kindes
blieb das Zeichen schwebend stehen
und gleichsam wie mit demütiger Miene
zeigte es ihnen das göttliche Haupt

Kaum hatten sie ihn erblickt,
holten sie die Gaben des Ostens hervor,
und kniend unter Gebeten boten sie dar
königliche Gaben: Weihrauch, Myrrhe und Gold.

Erkenne darin die deutlichen Zeichen
Deiner Wesenheit und Deines Königtums,
oh Kind, die Dir der Vater
als dreifaches Erbe bestimmt hat:

Den König und den Gott künden
der Goldschatz und der wohlriechende Duft
des Weihrauchs von Saba – doch das Pulver der Myrrhe
sagt schon das Grab voraus.

Das ist das Grab, durch das der Gott
indem er das Sterben des Körpers erduldete,
und dann den Begrabenen wieder auferweckte,
den Kerker des Todes aufbrach.

Du Bethlehem, einzigartig
vor größeren Städten, dir wurde es zuteil,
den Herrn des himmlischen Heils
in menschlicher Gestalt hervorzubringen.

Du Nährerin des Eineinigen Erben,
den der Höchste Vater hervorbrachte,
Mensch aus dem Geist des Donnerers
und Gott so in menschlichem Fleische.

Ihn haben die Propheten bezeugt,
daß er aus eben dieser Bund,
wie es der Stifter und Urheber befahl,
die Macht und Herrschaft antreten sollte.

Jene Herrschaft, die alles umfaßt,
in den Lüften, auf der Erde und im Meer,
vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang,
in der Unterwelt drunten und im Himmel droben.

Voll Furcht vernahm es der Tyrann,
daß der König der Könige gekommen sei,
der das Geschlecht Israel regieren
und das Königtum Davids besitzen soll.

Außer sich von dieser Nachricht rief er aus:
Ein Nachfolger erhebt sich, uns zu vertreiben,
Wachen, eilt und zückt das Schwert
und tränkt die Wiegen im Blut.

Tötet alles, was an Kinder männlich ist,
forscht, was die Ammen in ihrem Schoß halten,
und an der mütterlichen Brust
röte das Blut der Bübchen euer Schwert.

Verdächtig des Hochverrats erscheint mir
zu Bethlehem jede Wöchnerin,
und daß mir keine heimlich
mit ihrem Jungen unbeschadet davonkommt!

Da durchbohrten die Schlächter
tobend mit blanken Schwertern
die gerade erst geborenen Leiber
und schnitten das junge Leben ab.

Kaum fanden die Mörder
an den kleinen Körper den Ort,
wo sie zustoßen sollten,
da doch der Dolch gröber als die Kehle ist.

Was für ein barbarischer Anblick:
ein Schädel, zerschmettert an Felsen,
verspritzt das milchweiße Hirn,
und speit die Augen aus wunden Höhlen.

Oder dort, ein zitterndes Kind,
geschleudert in einen tiefen Strudel,
dem in der zarten Kehle,
Wasser und Atem sich röchelnd vermischen.

Seid gegrüßt ihr Märtyrerblüten,
ihr, die euch an der Schwelle zum Leben
der Verfolger Christi niederstreckte
wie der Wirbelsturm die knospenden Rosen.

Ihr zarte Herde der ersten,
die für Christus zu Opfern wurden -
vor seinem allerhöchsten Thron spielt ihr nun
in kindlicher Einfalt mit Palme und Kronen.

Doch was erbrachte diese Untat,
die Herodes so verbrecherisch befahl?
Als einziger in all diesem Morden,
entkam doch Christus unverletzt.

In den Strömen von vergossenem Blut
der Altersgenossen, entging allein
der Sohn der Jungfrau dem Eisen,
das den Ehefrauen ihre Kinder entriss.

So war bereits Moses dem törichten Befehl
des bösen Pharao entkommen,
und wurde als Vorgestalt Christi
zum Erretter seines Volkes.

Es war befohlen und angeordnet,
daß es den Müttern, wenn sie eines Knaben entbanden,
streng verboten sein solle,
ihn anzunehmen und großzuziehen.

Der fromme Sinn einer gewitzten Amme
widersetzte sich dem Tyrannen
und listig rettete sie das Kind
zur Hoffnung auf glorreiche Rettung.

Er war's, den dann der Schöpfer der Welt
zu seinem Priester ausgewählt
und durch den er das Gesetz
auf steinerne Tafeln aufgezeichnet, übergab.

Müssen wir nicht in jenem Manne,
dem Fürsten, der Ägypten schlug
und Israel aus dem Joch befreite,
das Vorbild Christi erkennen?

Auch wir waren lange der Macht
schwere Verblendung unterworfen,
doch unser Fürst hat den Feind tödlich getroffen
und uns aus Todesfinsternis gerettet.

Moses hat das Volk
beim Durchzug durch das Meer entsühnt
und im süßen Wasser (des Jordan) gereinigt,
und die leuchtende Wolke zog vor ihnen her;

Moses hat in der Schlacht der Heere
mit hoch ausgestreckten Armen
den stolzen Amalech niedergehalten –
Das war gerade schon wie ein Bild des Kreuzes.

Noch mehr glich dann Jesus jener,
der nach langer, langer Wanderzeit
als Sieger seinen Stammesgenossen
das gelobte Land zuteilte,

der im Bette des zurückströmenden Jordans
in Zwölfzahl
Felssteine gründete und befestigte
als Vorboten der Apostel.

Zu recht bezeugten daher die Weisen,
daß sie den Fürsten der Juden gesehen hätten,
weil die Großtaten der altehrwürdigen Fürsten
die Vorgestalt Christi bilden.

Er ist der König der Richter der Vorzeit,
die das Volk Jakob regierten,
Er ist der König der Herrin Kirche,
Regentin des neuen und des alten Tempels.

Ihn verehren die Nachkommen Ephrems,
ihn das geweihte Haus Manasse
und alle Nachkommen aus den Stämmen der zwölf Brüder
blicken zu ihm auf.

Ja, selbst ein heruntergekommenes Geschlecht,
das ruchlosen Riten gefolgt war
und sich in glühenden Öfen,
den grausamen Baal erschmolz,

hat die rauchgeschwärzten Götter der Ahnen,
aus Stein, Metall, hölzernen Pfählen -
alles umgestürzt, niedergerissen, zerschlagen
zu Christi Ehren aufgegeben und verlassen.

Freut Euch Ihr Völker alle,
Ihr Juden, Römer und Griechen,
Ägypter, Thraker, Perser und Scythen
der Eine König herrscht über alle.

Lobet daher euren Herren,
ihr Glücklichen und ihr Geschlagenen
ihr Lebenden, ihr Schwachen und auch ihr Toten,
den von nun an ist keiner mehr des Todes.

Deutsch von Michael Charlier

fontes

Aurelii Prudentii Clementis Opera, Hg von Johannes Weitzius, Hanau 1633, S. 47 - 53

scholia / marginalia

Das „Quicumque Christum Quaeritis“ ist der letzte Hymnus aus dem Kathemerinon, dem Tagzeitenbuch des Prudentius, dessen Gesänge freilich im Gegensatz zum Namen des Büchleins und zu seiner Bezeichnung als „Hymnarius des tempore et de sanctis per totum annum“ nie zum liturgischen Gebrauch bestimmt waren: Es sind Lehrgedichte zur Erbauung gebildeter Christen und Belehrung aufgeschlossener Heiden, in dem der Dichter so, wie die Römer es liebten, alles, was die Überlieferung zu seinem Thema zu sagen hatte, in geradezu epischer Breite und in einer am Vorbild Vergils geschulten Sprache dargestellt hat.

Im Mittelpunkt des um das Jahr 400 entstandenen Quicumque steht die Erscheinung des Herrn, der nun die Herrschaft über alle anderen Herren antritt und mit der Menschwerdung sein Erlösungswerk beginnt, das mit dem Sieg über den Tod am Kreuz seinen glorreichen Abschluß findet. Seitenthemen sind die Auflehnung des Herodes gegen den vermeintlichen Usurpator, die in den Grausamkeiten des Kindermordes zu Bethlehem ihren Höhepunkt findet, und die Vorgestalten, die Typoi Christi im alten Testament von Moses bis Joshua, die uns mit dem Zeugnis der Magier aus dem Osten dafür bürgen: „Dieser das ist der König der Völker, und der König der Judäer, der versprochen war dem Vater Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“

Im Unterschied zu anderen frühen Christen, die sich von der heidnischen Tradition ihrer Väter ängstlich oder verächtlich abwandten, bleibt Prudentius tief in seiner Kultur verwurzelt. Doch selbst wenn er hier einmal Gott den Schöpfer des Himmels und der Erde wie Jupiter als „Tonans“ (Donnerer) anspricht und auch sonst auf den ganzen Formen- und Figurenreichtum der lateinischen Dichtung zurückgreift, erweisen sich seine Inhalte als rein christlich und theologisch ausgesprochen hochstehend: Ein großartiges Beispiel für eine gelungene Inkulturation ohne jeden Kompromiss und jede Verwässerung.

Das frühe und das hohe Mittelalter und auch noch die Rennaissance haben Prudentius hoch geschätzt; er wurde viel abgeschrieben und später auch gedruckt. Seitdem ist er in Deutschland selten neu aufgelegt und noch seltener übersetzt worden. Eine erste und unseres Wissens einzige deutsche Übersetzung seiner Tagzeiten-Hymnen von J.P. Silbert ist 1820 in Wien erschienen. Neuere Englische Übersetzungen, die teilweise sogar gereimt daher kommen, enthalten viele Freiheiten. Wir haben das „Quicumque Christum quaeritis“ daher selbst neu übersetzt und konnten uns dabei neben den vorhandenen Übersetzungen auf die Textedition und umfangreiche  Kommentarsammlung des thüringischen Gelehrten Johannes Weitz stützen, die 1613 in der Wechelschen Druckerei zu Hanau erschienen ist.

Das römische Brevier hat aus dem Quicumque des Prudentius Verse für insgesamt drei Hymnen entnommen und - nicht immer glücklich - neu zusamengestellt oder ergänzt: Eine für das Fest Erscheinung des Herrn unter dem Originaltitel und zwei für das Fest der unschuldigen Kinder: Audit tyrannus anxius und Salvete Flores Martyrum.  An diesem Tag greift auch die moderne „Liturgia Horarum“ noch auf diesen Dichter der Spätantike zurück.

metrum

Versmaß: ambrosianisch (metrum ambrosianum), akatalektischer iambischer Dimeter, anstelle der Iamben können an erster und dritter Stelle auch Spondäen und Anapäste stehen (vgl. Aldalbert Schulte, Die Hymnen des Breviers, S. 9f.).