Lucis creator optime

Gregorius Magnus (540 - 604)

Lateinisch:

Lucis creator optime
Lucem dierum proferens,
Primordiis lucis novæ
Mundi parans originem,

Qui mane iunctum vesperi
Diem vocari præcipis,
Illabitur tætrum chaos,
Audi preces cum fletibus,

Ne mens gravata crimine,
Vitae sit exsul munere,
Dum nil perenne cogitat,
Seseque culpis illigat;


Cæleste pulset ostium,
Vitale tollat præmium,
Vitemus omne noxium,
Purgemus omne pessimum.

Præsta, Pater piissime,
Patrique compar Unice,
Cum Spiritu Paraclito
Regnans per omne sæculum. Amen.

Deutsch:

O bester Schöpfer des Lichtes,
der du entstehen lässest das Licht der Tage
und die Erschaffung der Welt beginnst
mit den Anfängen des neuen Lichtes.

Der du befiehlst, dass Morgen und Abend
verbunden Tag genannt werden:
droht uns der dunkle Abgrund,
dann erhöre unser Bitten und Flehen,

Damit die Seele, beschwert von Sünden,
nicht ausgeschlossen sei vom Geschenk des Lebens,
wenn sie nämlich an das Unvergängliche nicht denkt
und sich mit Sünden befleckt.

Lasse sie anklopfen an die Himmelstür und
die Belohnung des Lebens in Empfang nehmen:
wir wollen alle Sünden vermeiden
und von aller Schuld uns reinigen.

Verleihe es, gütigster Vater
und du, Eingeborener gleich dem Vater
mit dem Tröster, dem heiligen Geist
herrschend in alle Ewigkeit. Amen

Deutsch von Adalbert Schulte

fontes

Breviarium Romanum

Adalbert Schulte, Die Hymnen des Breviers, S. 62ff.

scholia / marginalia

Ad Vesperas Dominicae.
An Sonntagen zur Vesper.

Der Text folgt dem Brevarium Romanum, das in zwei Fällen, abgesehen von der Interpunktion, den ursprünglichen Text verändert.

Die Wortreihenfolge in Vers 7: Taetrum chaos illabitur.

In Vers 13 folgt das Brevier einer späteren Variante, die frühere lautet: Caelorum pulset intimum (vgl. Guido Maria Dreves, Clemens Blume, II, S. 400).

Ferner fügt das Brevier für den liturgischen Gebrauch eine formelhafte Schlussstrophe (Doxologie) an.

metrum

Versmaß: ambrosianisch (metrum ambrosianum), akatalektischer iambischer Dimeter, anstelle der Iamben können an erster und dritter Stelle auch Spondäen und Anapäste stehen (vgl. Aldalbert Schulte, Die Hymnen des Breviers, S. 9f.).