Sacra iam splendent

Papa Leo XIII (1810 – 1903)

Lateinisch:

Sacra iam splendent decorata lychnis
Templa, iam sertis redimitur ara,
Et pio fumant redolentque acerræ
Thuris honore.

Num iuvet Summo Geniti Parente
Regios ortus celebrare cantu?
Num domus David decora et vetustæ,
Nomina gentis?

Gratius nobis memorare parvum
Nazaræ tectum, tenuemque cultum,
Gratius Iesu tacitam referre
Carmine vitam.

Nili ab extremis peregrinus oris
Angeli ductu, propere remigrat
Multa perpessus Puer et paterno,
Limine sospes,

Arte, qua Ioseph, humili excolendus
Abdito Iesus iuvenescit ævo,
Seque fabrilis socium laboris
Adicit ultro.

Irriget sudor mea membra, dixit,
Antequam sparso madeant cruore:
Hæc quoque humano generi expiando
Pœna luatur.

Assidet Nato pia Mater almo,
Assidet Sponso bona nupta; felix
Si potest curas relevare fessis
Munere amico.

O neque expertes operate et laboris,
Nec mali ignari, miseros iuvate,
Quos reculantes per acuta rerum
Urget egestas.

Demite his fastus, quibus ampla splendet
Faustitas, mentem date rebus æquam:
Quotquot implorant columen, benigno
Cernite vultu.

Sit tibi, Iesu, decus atque virtus,
Sancta qui vitæ documenta præbes,
Quique cum summo Genitore et almo
Flamine regnas. Amen.

Deutsch:

Schon erstrahlen die Tempel von Lichtern
erleuchtet, schon ist umwunden der Altar mit Kränzen,
es dampfen und duften die Weihrauchkästchen
aus frommer Verehrung.

Könnten wir nicht die königliche Geburt des
Sohnes aus dem höchsten Vater im Gesange
verherrlichen? Nicht das Haus Davids und die
berühmten Namen des altehrwürdigen Geschlechts?

Doch besser gefällt es uns, das kleine Häuschen
zu Nazareth zu feiern und die einfache Lebens-
weise; besser, das verborgene Leben Iesu im
Gesange zu verherrlichen.

Als Wanderer eilt der Knabe von den fernen
Ufern des Nils unter Führung des Engels schnell
zurück unter vielen Gefahren, doch sicher im
Hause des Vaters

wächst Jesus im verborgenen Leben zum Jüngling
heran, indem er das einfache Handwerk ausübt
wie Joseph; und sich selbst bietet er an als
Genossen der Zimmermannsarbeit.

Der Schweiß, so sagt er, möge meine Glieder
benetzen, bevor sie nass werden vom
vergossenen Blute; auch diese Mühe soll ertragen
werden zur Sühne des Menschengeschlechts.

Die fromme Mutter steht zur Seite ihrem göttli-
chen Sohn, die gnadenvoll Verehelichte steht zur
Seite ihrem Gemahl, glücklich, wenn Sie den Müden
mit hilfreicher Hand die Mühen erleichtern kann.

O, die ihr wohl erfahren habt Mühe und Arbeit,
die ihr Ungemach kennet, helfet den Bedürftigen,
die im Kampfe mit der Notlage der Welt die Armut
drückt.

Nehmet der Welt den Flitter, in dem ihr Glück
weit und breit schimmert, verleihet Gleichmut für
die Außenwelt: alle, die den Gipfel (des Himmels)
erstreben, schauet an mit gütigem Blick.

Preis sei dir und Macht, o Jesu, der du die
heiligen Lebensregelm gegeben, und mit dem
allmächtigen Vater und dem heiligen Geiste
regierst. Amen.

Deutsch von Adalbert Schulte

fontes

Breviaraium Romanum
Adalbert Schulte, Die Hymnen des Breviers, S. 237ff.

scholia / marginalia

Dominica prima post Epiphaniam. Sanctae Familiae Iesu Mariae, Ioseph. Ad Matutinum.
Erster Sonntag nach Epiphanie. Fest der Heiligen Familie, zu Matutin.

metrum

Versmaß: Sapphische Strophe