Einleitung

Die kirchlichen Hymnen, die im Brevier ein Dasein im Verborgenen fristen, von einem größeren Publikum kaum wahrgenommen, verdienen es, als Bestandteil der Liturgie und des Stundengebetes sowie als Dichtungen von hohem Rang in weiten Kreisen bekannt gemacht zu werden.

Das Wort Hymnen erscheint im Allgemeinen in verschiedenen Bedeutungen. Es wird einerseits als Sammelbegriff verwendet, Hymnen des Breviers (hymni brevarii) oder Hymnen aus dem Hymnenschatz der Jahrhunderte (hymni ex thesauro saeculorum hymnologico), und bezeichnet ganz allgemein kirchliche Dichtungen.

In engerem Sinne steht es für eine Dichtungsform, die auf die Antike zurückgeht (antike Versmaße und Strophenformen) und die dann später, bei Ambrosius etwa, eine eigene Ausprägung fand (metrum ambrosianum).

Neben diesen Hymnen stehen Dichtungsformen wie Sequenzen und Antiphonen, die andern Gesetzmäßigkeiten folgen oder andern liturgischen Erfordernissen nachkommen und die hier in eigenen Rubriken zu finden sind (Sequenzen, Antiphonen), sowie einzelne Dichtungen, die sich einer solchen Rubrizierung entziehen (Diversa), deswegen aber hier nicht fehlen sollen.