Gloria laus et honor

Theodulphus Aureliensis (750/60 – c. 821)

Lateinisch:

Gloria, laus et honor tibi sit, Rex Christe, redemptor,
Cui puerile decus prompsit Hosanna pium.
Israel es tu Rex Davidis et inclita proles,
Nomine qui in Domini, Rex benedicite, venis.
Cœtus in excelsis te laudat cælicus omnis,
Et mortalis homo et cuncta creata simul.
Plebs Hebræa tibi cum palmis obvia venit;
Cum prece, voto, hymnis, adsumus ecce tibi.
Hi tibi passuro solvebant munia laudis;

Nos tibi regnanti pangimus ecce melos.
Hi placuere tibi, placeat devotio nostra,
Rex bone, Rex clemens, cui bona cuncta placent.

Deutsch:

Glorie, Lob und Verehrung sei, Christus, dir König, Erlöser,
Welchen die kindliche Zier fromm mit Hosanna begrüßt.
Israels König bist du, und Davids erlauchtester Spross,

Der du im Namen des Herrn, König, gepriesener, kommst.
Dir singt Ehre dort oben die himmlische ganze Versammlung,
Selber der sterbliche Mensch, alles Erschaffene zumal.

Ging mit Palmen dir einst das Volk der Hebräer entgegen:
Treten wir, siehe, mit Flehn, Lied und Geloben vor dich.
Jene gewährten die Gaben des Ruhms dir Leidentschlossenem:
Wir aber schwellen den Sang dir, der im Himmel regiert.
Jene gefielen dir wohl, so gefall dir auch unser Gedenken,
Guter und gnädiger Fürst, dem alles Gute gefällt.

Deutsch von Hans Rosenberg

fontes

Missale Romanum
Hans Rosenberg, Die Hymnen des Breviers, II, S. 193

scholia / marginalia

Dominica in Palmis ad processionem versus.
Am Palmsonntag zur Prozession.

Der wiedergebene Text entspricht dem Missale Romanum (Dominica II Passionis seu in Palmis). Der Hymnus wird zur Palmenprozession (De processione cum ramis benedictis) gesungen.

Der ursprüngliche Text ist des Theodulf von Orléans weit umfangreicher als die hier wiedergegebenen sechs Distichen. Guido Maria Dreves, Clemens Blume (I, S. 71) wie auch Henry Spitzmuller (S. 260ff.) geben die Hälfte der Dichtung wieder, 19 Distichen beziehungsweise 38 Verse; die Echtheit der zweiten ist angefochten.

In der ursprünglichen Fassung lautet der Anfang des letzten hier wiedergegebenen Verses „Rex pie“.

Das erste Distichon wird nach jedem folgenden als Refrain gesungen.

„Die Legende, die sich an diese Hymnen geknüpft hat, und die uns Hugo von Fleury berichtet (Monum. Germ. SS. IX, 363 sq.), Theodulph habe, als die Prozession, an welcher der Kaiser teilnahm, unter den Fenstergittern seines Kerkers vorbeizog, diesen Hymnus improvisiert und angestimmt, worauf der Kaiser ihn gerührt wieder in Gnaden aufgenom­men, diese Legende, sage ich, ist als ungeschichtlich fallen gelassen.“ (Guido Maria Dreves, Clemens Blume, I, S. 70)

metrum

Versmaß: Distichen