Sub tuum praesidium

Anonymus

Lateinisch:

Sub tuum præsidium confugimus,
Sancta Dei Genetrix.
Nostras deprecationes ne despicias in necessitatibus nostris,
sed a periculis cunctis libera nos semper,
Virgo gloriosa et benedicta.

Domina nostra, mediatrix nostra, advocata nostra,
tuo filio nos reconcilia,
tuo filio nos commenda,
tuo filio nos repræsenta.

Deutsch:

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir,
Heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten,

sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren.
Du glorrreiche und gebenedeite Jungfrau.

Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin,

Versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns vor deinem Sohne.
Amen

fontes

Breviarium romanum
Ordinarium post singulas horas.

scholia / marginalia

Marianische Antiphon.

Eines der ältesten Mariengebete. Belege finden sich schon im dritten Jahrhundert in der koptischen Weihnachtsliturgie. Der Wortlaut ist in griechischer Sprache überliefert.

Die Übersetzung von Sancta Dei Genitrix (theotókos) als 'Gottesgebärerin' trifft heute deutlicher als 'Gottesmutter' den Glaubensinhalt der Gottesmutterschaft.

Der zweite Teil des Gebetes ist eine spätere Ergänzung.

Das Gebet zählt zu den sogenannten marianischen Antiphonen (Salve, Regina; Alma Redemptoris Mater; Ave, Regina caelorum; Regina caeli laetare). Sie haben ihren liturgischen Ort - unter anderem - nach Abschnitt des Kirchenjahres wechselnd beim Abschluss der Horen.

Vertonungen unter anderem von Pierr de la Rue, Jan Dismas Zelenka, Antonio Salieri und Wolfgang Amadeus Mozart.